KONZEPT

Konzept

Familienzentrum Brüser Berg

Kurzkonzept


Struktur des Familienzentrums


Gruppen: 2 Tagesstättengruppen, 1 U3-Gruppe, 1 Kindergartengruppe
Gesamtanzahl: 73 Kinder


Die Kita St. Rochus bildet gemeinsam mit der Kita St. Augustinus das Netzwerk des katholischen Familienzentrums im Seelsorgebereich Bonn-Duisdorf/Brüser Berg.

Ein weiterer Teil dieses Netzwerkes ergibt sich aus der langjährigen und intensiven ökumenischen Tradition auf dem Brüser Berg, die durch eine Partnerschaftsvereinbarung gefestigt ist. Zur evangelischen Gemeinde gehört die integrative Kita „Emmaus-Kinderhaus“. Seit September arbeiten die Einrichtungsleiterinnen intensiv miteinander zusammen. Die sehr gute Kooperation mit dem Stadtteilbüro der Diakonie und die vielfachen Verknüpfungen mit der in unmittelbarer Nähe befindlichen Kita „Brüser Zwerge“ bilden wichtige Teile des Netzwerkes.

Seit September 2006 arbeiten die zwei Einrichtungsleiterinnen des Seelsorgebereichs in einer Lenkungsgruppe mit Eltern- und Gemeindevertretern sowie dem Fachberater des DiCV und weiteren Fachberatern intensiv an der Entwicklung einer Konzeption des Familienzentrums. Zu der Lenkungsgruppe werden jeweils Themen bezogen die Kooperationspartner eingeladen. Dazu gehören bis jetzt: Benachbarte Kitas, das Stadtteilbüro der Diakonie, das Katholische Bildungswerk Bonn und der Arbeitskreis Brüser Berg (initiiert vom Amt für Kinder, Jugend und Familie).

Neben den Räumen der Kindertagesstätte stehen uns bei Bedarf die Räumlichkeiten des Gemeindezentrums Edith Stein und der Diakonie zur Verfügung.

Leitbild und Ziel des Familienzentrums

Der Brüser Berg befindet sich als relativ junger Teil der Stadt Bonn weiterhin in der Entwicklung. Hier leben Menschen unterschiedlichster sozialer und kultureller Herkunft. So betreuen wir derzeit Kinder, deren Eltern aus 15 verschiedenen Nationen stammen. 60% der Kinder haben einen Sprachförderbedarf und viele sind aufgrund ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse auf besondere Unterstützung und Hilfe angewiesen. Ein solches Hilfenetz in enger Kooperation mit den verschiedenen Partnern im Familienzentrum bereit zu stellen, verstehen wir als diakonischen Auftrag unserer Pfarrgemeinde.

Die Einübung von Achtung und Toleranz gegenüber der Andersartigkeit anderer Menschen, sowie die bewusste Bereitschaft zur Integration gehört zur christlichen Ausrichtung unseres Familienzentrums. Das Bewusstsein, dass alle Menschen Gottes Geschöpfe, „Gottes Kinder“ sind, bildet die Basis für die Einübung und Hinführung zu einem friedlichen Zusammenleben der Kulturen und Religionen. Insbesondere bei muslimischen Familien erfreut sich die Kita St. Rochus zunehmender Anerkennung. Hierhin sehen wir eine große Chance zum interkulturellen Austausch und zu gelingender Integration dieser Familien.

Leistungsbereiche des Familienzentrums

Beratung und Unterstützung von Kindern und Familien

Die Einrichtung stellt den Familien zahlreiche Informationsmaterialien zur Verfügung. Anhand eines Ordners können sie die für ihr Anliegen geeignete Organisation oder Hilfsmöglichkeit selbstständig finden. Suchen sie die Unterstützung der Erzieherinnen oder fällt den fachlich geschulten Pädagoginnen ein Problem auf, wird gemeinsam ein Weg zur Bewältigung der Schwierigkeit gesucht. Falls es erforderlich ist, eine andere Organisation oder Behörde einzuschalten, bietet die Erzieherin auch hier ihre Hilfe an. Besonders Familien, die nur über eingeschränkte Deutschkenntnisse verfügen, machen hiervon häufig Gebrauch.
In dem Ordner finden sich auch eine Übersicht der „Krabbelgruppen“ im Nah- oder Seelsorgebereich, sowie Hinweise zu den Kursen der FBS in unserer Kita, wie z.B. die Turngruppen für Kleinkinder oder das Musikkarussell.

Innerhalb der Bildungsdokumentation führen wir halbjährlich für jedes Kind eine gezielte Beobachtung durch. Einmal im Jahr wird mit einem psychomotorischen Beobachtungsverfahren („Die kleine Hexe“) besonders die Motorik überprüft. Zur Analyse der sprachlichen Entwicklung bedienen sich die Erzieher des Verfahrens SISMIK und SELDAK.

Anhand der Aufzeichnungen wird mindestens einmal jährlich ein Elterngespräch geführt, damit Fördermaßnahmen früh ergriffen werden können. Bei der Vermittlung dieser Maßnahmen sind wir behilflich.
Besteht ein besonderer Beratungsbedarf für Eltern und Erzieher, stehen eine Logopädin, die halbjährlich eine Sprechstunde im Kindergarten hält, und das Team der evangelischen integrativen Kindertagesstätte (Logopädin, Motopädin, Heilpädagogin) zur Verfügung. Mit ihnen soll ein Kooperationsvertrag geschlossen werden.
Mit dem Jugendamt der Stadt Bonn und dem Stadtteilbüro der Diakonie besteht ebenfalls eine enge Zusammenarbeit. Familien mit einer besonderen Problemlage soll möglichst schnell und unbürokratisch geholfen werden.

Es ist geplant, ab Herbst 2007 einmal im Monat eine regelmäßige offene Sprechstunde für Sozial- und Familienberatung des Stadtteilbüros in der Kindertagesstätte St. Rochus einzurichten. Dazu soll gleichzeitig eine Kinderbetreuung ermöglicht werden.
Das Stadtteilbüro berät und hilft zudem in allen Fragen von Behördengängen, Anträgen, Schriftverkehr und Sozialhilfe- Angelegenheiten. Die Kindertagesstätte organisiert in Zusammenarbeit mit dem Stadtteilbüro finanzielle Unterstützung z.B. bei der Bezahlung des Essens in der Einrichtung.
Zum Wohle der Kinder und ihrer Familien findet ein Austausch mit der zuständigen Sozialpädagogin des Jugendamts der Stadt Bonn statt. Familien, die eine besondere Betreuung benötigen, besuchen die Gruppenleiterinnen auch zu Hause. Bei manchen Problemlagen erhoffen wir uns durch einen Hausbesuch ein besseres Verhältnis zu den Eltern. So wird im Jahr 2007 eine Fortbildung aller Mitarbeiter der Kindertagesstätten Sankt Rochus und Sankt Augustinus zum Thema Elterngespräch – Elternberatung stattfinden.

Die Kindertagesstätte führt bereits seit einigen Jahren spezielle Sprachfördermaßnahmen durch, die aufgrund ihres hohen Anteils von Kindern aus Migrantenfamilien von der Stadt Bonn gefördert werden.
Jährlich wird im März die Sprachentwicklung anhand eines Beobachtungsbogens überprüft. Als Vorlage dienen uns:

•    SELDAK – Sprachentwicklung und Litereacy bei deutschsprachig aufwachsenden Kindern

•    SISMIK – Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen.

Anhand gezielter Beobachtungsverfahren werden die Kinder für die Sprachförderung ausgesucht und mit einem individuell abgestimmten Programm begleitet. Die Förderung wird von zwei Erziehern durchgeführt, die eine besondere Fortbildung mit dem Sprachförderprogramm Konlab erhalten haben.

Ziel unserer Einrichtung ist, für jede Erzieherin eine Zusatzausbildung in einem Sprachförderprogramm zu ermöglichen. Im September 2007 sind zwei weitere Erzieher zu einer Fortbildung angemeldet. Ab Oktober 2007 kann dann in jeder Gruppe während des frühen Vormittags eine Sprachfördermaßnahme stattfinden.

Familienbildung und Erziehungspartnerschaft

Die Kindertagesstätte verfügt über ein Verzeichnis von unterschiedlichen Bildungsangeboten, das immer wieder ergänzt wird. Von allen größeren Bildungseinrichtungen der Stadt Bonn liegt in der Einrichtung ein Programm aus.

Im Rahmen eines Elterncafes mit Bildungs- und Beratungsimpulsen laden wir Fachreferenten (Kinderarzt, Ernährungsberaterin, etc.) unterschiedlicher Ausrichtung ein, die Eltern mit unterschiedlichsten Themen vertraut machen und Fragen aus dem Zuhörerkreis beantworten. Wir haben uns für diese Form der Elternarbeit entschieden, bedingt durch die Schwierigkeit der Kinderbetreuung im Abendbereich. Zudem nehmen Eltern mit nur eingeschränkten deutschen Sprachkenntnissen die zwanglose Zusammenkunft eher wahr. Geschwisterkinder werden während des Cafes in der Kindertagesstätte betreut.

In Zusammenarbeit mit der Diakonie wird ein Deutschkurs für Mütter durchgeführt. Auch hier ist eine Betreuung der Geschwisterkinder möglich.

Kindertagespflege

Zum Dt. Kinderschutzbund OV Bonn e.V., dem örtlichen Partner des Netzwerks, besteht ein enger Kontakt. In den Räumen der katholischen Kirchengemeinde Sankt Rochus finden regelmäßige Treffen der Tagespflegepersonen mit ihrer Regionsbetreuerin statt.

Die Kindertagesstätte arbeitet nun an einer Aufstellung aller ausgebildeten Tagesmütter und Väter und ihrer ganz speziellen Angebotsstruktur (Wochenende, Übernachtungen und mehr).

Angezielt wird eine engere Kooperation mit Tagesmüttern und Vätern, die im
Raum Brüser Berg leben.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Unsere Kindertagesstätte ist täglich durchgehend von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet.

Die Öffnungszeiten resultieren aus einer jährlichen Elternabfrage. Eine Veränderung dieser Zeiten ist möglich, allerdings nicht über eine Betreuungszeit von 9 Stunden hinaus, da uns dazu das pädagogische Personal fehlt.

In der U3-Gruppe betreuen wir acht Kinder im Alter von ein bis drei Jahren.Alle Kinder erhalten ein gesundes Mittagessen, das von einer Haushaltshilfe in der Kindertagesstätte täglich frisch gekocht wird. Essensvorschriften muslimischer Kinder werden im Speiseplan berücksichtigt.

Zur Betreuung außerhalb der regulären Öffnungszeiten soll ein Babysitterdienst aufgebaut werden. Aktive Jugendliche der katholischen Pfarrgemeinde werden derzeit angeworben, an einem Babysitterkurs teilzunehmen. Mit der erfolgreichen Teilnahme nehmen wir die Jugendlichen in unsere Kartei auf und vermitteln sie an interessierte Eltern.

Mit dem Netzwerk Kinderbetreuung in Familien soll eine Betreuung z.B. auch für kranke Kinder oder zur Betreuung am Wochenende organisiert werden.

Während die Einrichtung im Sommer für drei Wochen geschlossen ist, besteht für berufstätige Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder in der Tagesstätte Sankt Augustinus in Duisdorf betreuen zu lassen.

Familienpastorale Angebote

Entsprechend des Trägerprofils und unter Berücksichtigung der unterschiedlichen religiösen Ausgangssituation der Eltern und Kinder gibt es Gottesdienste im Jahreskreis, Begegnungsangebote zum Austausch und Gruppenarbeit zu aktuellen/religiösen Lebens-bezügen in den Gruppen.

Perspektiven zur Weiterentwicklung des Familienzentrums

Unsere E-Mail Adresse lautet: kitastrochus(at)web.de .

Eine eigene Internetseite für das Familienzentrum und die Präsenz des Zentrums auf der Internetseite der Pfarrgemeinde Sankt Rochus www.au-ro-ed.de befindet sich im Aufbau.

Ein Flyer über das Familienzentrum ist in Arbeit. In den kooperierenden Kindertagesstätten und allen anderen uns sinnvoll erscheinenden Stellen im Sozialraum (Schulen, Ärzte, Apotheken, etc.) werden die Angebote des Familienzentrums regelmäßig ausgehangen.

Mit dem Familienzentrum Brüser Berg wird ein ortnahes und niederschwelliges Lebens-, Bildungs- Beratungs- und Unterstützungsnetz für Kinder, Eltern und Familien angezielt, das über die enge Kooperation im Sozialraum - der sich für Nachbarschaft und Mehrgenerationen öffnet - ermöglicht und schrittweise realisiert werden kann.

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